CHRISTIAN JANKOWSKI

 

*1968 in Göttingen, lebt und arbeitet in Berlin
Studium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg
Seit 2005 Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Ausgewählte Einzelausstellungen:
2011    „Jesus está aquí“, Proyectos Monclova, Mexico City, MX
2010    “ Kunst und Krise”, Akademie der Künste, Berlin, DE
2010    “Jeck We Can”, Julia Stoschek Collection, Duesseldorf, DE
2009    „Blinddate with 1516 Singles”, Temporaere Kunsthalle Berlin, DE
2008    „Dienstbesprechung“, Kunstmuseum Stuttgart, Stuttgart, DE (cat.)
2007    „Living Sculptures: The Real Fiction I“, Neue Nationalgalerie, Berlin, DE

 

Die konzeptuellen Arbeiten von Christian Jankowski führen vieles von dem, was von der, zumindest von guter Kunst erwartet wird, ad absurdum. Mit dieser Strategie, die viel von einem mittelalterlichen Hofnarren geerbt hat, trifft er nicht selten ins Zentrum der Herstellung wie auch der Betrachtung und des Umgangs mit der Kunst. Wer weiß schon, ob der Narr den König belustigt oder ihn nur zum Narren hält?

Beobachtung und Beobachtetwerden sind die zwei Seiten ein und derselben Medaille, ist die Form der Beobachtung, mit der der Künstler kommuniziert. Und Jankowskis Arbeiten entstehen aus vielen Beobachtungen, aus vielen Irritationen, die man normalerweise vor die Tür des Ateliers zu verbannen versucht. Vielleicht hat sich auch aus der Not eine Tugend ergeben und die Angst vor dem Scheitern eine Strategie diktiert, die ihm das tatsächliche Scheitern tragischerweise nicht mehr erlaubt.

In einem der bekanntesten Fälle lässt Jankowski von einer italienischen TV-Wahrsagerin sein Schicksal bestimmen und verwendet das dabei aufgezeichnete Videomaterial als das Werk, welches er 1999 nach Venedig auf die Biennale schickt. In dem mit „Telemistica“ betitelten Film wird Jankowski eine erfolgreiche Laufbahn vorausgesagt. Jankowski findet seine Ideen in der Realität und in den Menschen, die an diese Realität glauben und sie als die allgemeine Realität verstehen. Nicht von ungefähr spielt ein großer Teil seiner Arbeiten mit den populären Medien wie TV und Internet. „Kunstmarkt TV“ stellt einen weiteren despektierlichen Akt gegen den bürgerlichen Mythos einer autonomen Kunst dar, wenn nämlich von einem bekannten Teleshopping-Moderatoren die zum Verkauf stehenden Kunstwerke im gleichen Duktus wie Fußwärmer oder Schlankheitspillen angeboten werden.

Jankowski lässt seine Arbeiten von anderen machen, er nistet sich als Künstler ein in bereits existierende Produktionsstrukturen, um dadurch die Kunst mit der Welt zu verbinden, die Welt und die Kunst einem Belastungstest auszusetzen, sie beiderseits zu dekonstruieren.

Zur Aktion des Künstlers

 

 

*1968 in Göttingen, Germany, lives and works in Berlin
Studied at Hochschule für Bildende Kunst Hamburg
Since 2005 Professor for Sculpture at Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

 

Selected solo exhibitions:
2011    „Jesus está aquí“, Proyectos Monclova, Mexico City, Mexico
2010    “ Kunst und Krise”, Akademie der Künste, Berlin, Germany
2010    “Jeck We Can”, Julia Stoschek Collection, Düsseldorf, Germany
2009    „Blinddate with 1516 Singles”, Temporäre Kunsthalle Berlin, Germany
2008    „Dienstbesprechung“, Kunstmuseum Stuttgart, Stuttgart, Germany (cat.)
2007    „Living Sculptures: The Real Fiction I“, Neue Nationalgalerie, Berlin, Germany

 

Christian Jankowski’s conceptual works take ad absurdum the generally accepted notion of what is expected of good art. Not unlike a medieval jester, his strategy frequently strikes at the core of the production, as well as treatment, use and management of art. Who knows whether the jester merely entertains the king, or makes a fool out of him?  Observation and being observed are two sides of the same medal; it’s the mode of observation used to communicate by the artist. Jankowski’s works are the result of many observations, irritations that are usually not dealt with in everyday practice.  Maybe he made a virtue of necessity, fear of failure dictating a strategy that tragically does not allow for failure. In one of the most well-known cases, Jankowski has his fortune told by an Italian TV-fortuneteller, and then turns the recorded video into the actual piece, sending it to the Venice Biennale in 1999. The film titled ‘Telemistica’ predicts a bright future for Jankowski.

Jankowski draws his ideas from reality, and from people believing in this reality and accepting it a de facto reality. It’s not without reason that a large part of his works use popular media such as TV and the Internet. ‘Kunstmarkt TV’ represents a further disrespectful act against the bourgeois myth of the autonomy of art by using a well-known Teleshopping presenter to flog works of art in the same manner as he would with foot warmers and diet pills.

Jankowski has his work produced by other people; he merely takes advantage of existing production structures to connect art with the world, to expose the world and art to a stress test, and to deconstruct them both.

action of the artist

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