TIM ETCHELLS


*1962 in Stevenage, UK, lebt und arbeitet u.a. in Sheffield, UK

 

Tim Etchells ist Theaterautor, Regisseur, Schriftsteller und Performer. 1984 war er Mitbegründer der bis heute bestehenden Performance-Gruppe „Forced Entertainment“ und ist heute künstlerischer Direktor der Truppe, die zu den einflussreichsten Theaterprojekten der letzten Jahrzehnte zählt und bis heute wichtiger Impulsgeber für die experimentelle Auseinandersetzung mit den Mechanismen der Theateraufführungspraxis ist. Die Verwischung der Grenze zwischen Bühne und Leben sowie Schauspieler und Publikum beschäftigt Etchells nicht nur in seinen Theaterarbeiten.

Seine künstlerischen Projekte arbeiten unter anderem mit Instruktionen, die vom Empfänger ausgeführt werden können und diesen zu einem potentiellen Performer machen – allerdings eben nicht auf der Bühne, sondern in alltäglicher Umgebung bzw. im öffentlichen Raum. Die Instruktionsserie „Safety Measures“ (2006) schlägt so zum Beispiel Methoden und Verhaltensweisen vor, um Gefahr zu vermeiden, wie „Act like you are carrying a weapon“ oder „Keep to the edges“. Im Zentrum vieler Projekte von Tim Etchells steht zudem das Interesse an den kreativen Möglichkeiten und Begrenzungen von linguistischen Strukturen, kulturellen Codes, Systemen und Regeln, die er sowohl als Gegenstände der Untersuchung wie auch als funktionale Mittel betrachtet.

Von diesem Interesse zeugen auch Etchells installative Arbeiten, wie zum Beispiel seine Neon-Installationen, die mit einfachen Aussagen oder Worten eine komplexe Kommunikationsstruktur herstellen. Der Satz „Let’s pretend none of this ever happened“ (dt. “Lass uns so tun, als sei nichts von dem je geschehen”) in großen leuchtenden Buchstaben macht so eine scheinbar geheime Botschaft öffentlich, suggeriert zugleich Komplizenschaft und spielt mit dem Gedanken an eine Art „kollektives Vergessen“.

Die für „Playing the City“ neu entwickelte Arbeit „Ways Out“ und das Projekt „Art Flavours“ (2008) handeln auf unterschiedlichen Ebenen ebenfalls von den Grenzen und Möglichkeiten der Vermittlung durch Sprache und der Überschreitung von Grenzen zwischen unterschiedlichen Funktionssystemen.

Zur Aktion “Art Flavours” des Künstlers

Zur Aktion “Ways Out” des Künstlers

 

*1962 in Stevenage, UK, lives and works in Sheffield, UK

 

Tim Etchells is a playwright, director, writer and performer. In 1984, he became a founder-member of the still prevailing performance group ‘Forced Entertainment’. He is currently the artistic director of this troupe – one of the most influential theater projects of the last decades, and still delivering crucial impetus for the experimental discourse regarding the mechanisms of theatrical performance practices. This overlapping of the boundaries between stage and life, as well as actor and audience, not only preoccupies not only his theatrical works.

His art projects include working with instructions that can be executed by the recipient, turning them into a potential performer – however, not on stage but in every-day surroundings, public spaces. The instruction series ‘Safety Measures’ (2006), for example, suggests methods and patterns of behavior to avoid danger, such as ‘Act like you are carrying a weapon’ and ‘Keep to the edges’. Many of Tim Etchells’ projects focus on linguistic structures, cultural codes, systems and rules. He considers these to be objects of inquiry as well as functional means.

This concern is also reflected in Tim Etchells’ installative works, for instance, his neon installations where simple exclamations or words create a complex communication structure. The phrase ‘Let’s pretend none of this ever happened’ in large luminous lettering thus publicizes a seemingly secret message, while suggesting complicity, and deals with the notion of a kind of ‘collective oblivion’.

‘Ways Out’, a new work developed for ‘Playing the City’, and the project ‘Art Flavours’ (2008), also deal the limits and possibilities of intervention through language, and the transgression of boundaries between various functional systems.

Action “Art Flavours” of the artist

action “Ways Out” of the artist

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