
Die mexikanische Künstlerin MINERVA CUEVAS agiert mit ihrer Firma „Mejor Vida Corporation“ an der Grenze des Illegalen: Im Angebot hat sie Produkte wie Barcode-Aufkleber, die einen kostengünstigeren Einkauf ermöglichen oder internationale Studentenausweise, die eine Vergünstigung des Eintritts in Kultureinrichtungen gestatten. Für PLAYING THE CITY 3 richtet sie in Frankfurt einen KIOSK ein.
Seit 1998 vertreibt Minerva Cuevas Produkte für ein besseres Leben über ihre Firma „Mejor Vida Corp.“ (engl. Better Life Corporation), welche ein Experiment am Schnittpunkt zwischen künstlerischer Praxis und politischem Aktivismus darstellt. An der Grenze des Illegalen und mithilfe von Technologien, die im digitalen Leben unabkömmlich erscheinen, vertreibt die Künstlerin etwa Barcode-Aufkleber, die für einen kostengünstigeren Einkauf eingesetzt werden können und internationale Studentenausweise, die eine Vergünstigung des Eintritts zu Museen, Theatern, Kinos usw. ermöglichen. Ebenso im Angebot sind gebrauchsfertige U-Bahn Tickets, Empfehlungsschreiben sowie weitere Dienstleistungen. Die Produkte können über eine Website kostenlos bezogen werden. „Mejor Vida Corp.“ (kurz MVC) reagierte ursprünglich auf die Lebensbedingungen und daraus erwachsenden Bedürfnisse in Mexiko-Stadt, die Produkte können inzwischen aber weltweit (und ohne Versandkosten) über die Firmenhomepage bestellt werden. Bewusst setzt Cuevas dabei auf ein „corporate design“ und verwendet Begrifflichkeiten, die man von kommerziellen Unternehmen kennt. Zentrales Element von „MVC“ ist jedoch die Tatsache, dass alle Produkte kostenlos ausgegeben werden – damit wird das Geschenk den profitorientierten Mechanismen des kapitalistischen Wirtschaftssystems gegenüber gestellt. Als anarchistische Unternehmung hat „Mejor Vida Corp.“ seinen Platz im öffentlichen Raum, bietet seine Produkte auf der Straße an und tritt dort in Kontakt mit seinen „Kunden“, als andauerndes zeitgenössisches Kunstprojekt entzieht sich „Mejor Vida Corp.“ der Forderung nach der räumlichen und zeitlichen Begrenztheit eines Kunstwerks. Bringt Cuevas die von ihr begründete Gesellschaft in den Kontext einer Kunstinstitution, so stellt dieser für sie lediglich eine andere Plattform dar, von der aus „Mejor Vida Corp.“ seine Aktivität frei und ohne Grenzen entfalten kann.
WANN: 15.-17. AUGUST 2011
WO: Frankfurt, Innenstadt, Hauptwache B-Ebene
Since 1998, Minerva Cueva has been selling products for a better life through her company ‘Mejor Vida Corporation’ (Better Life Corporation), representing an experiment where artistic practice and political activism overlap. Bordering on illegal activities, and with the aid of technology indispensable in digital life, Cueva distributes, for instance, bar code stickers, that can be used for shopping at a reduced rate, or student cards, allowing for a reduced entry fee at museums, theaters, cinemas and such. Also on offer are ready-made subway tickets, letters of recommendation, as well as other services. The products can be obtain free of charge via a website. ‘Mejor Vida Corporation’ (short MVC) initially reacted to the living conditions in Mexico City. However, the products can now be ordered worldwide (and free of shipping costs) from the company’s website. Cueva deliberately mimics a corporate design, and uses terms used in commercial ventures. Central tenet of ‘MVC’ though is the fact that all products are available free of charge – the notion of a gift is juxtaposed with the profit-oriented mechanisms of the capitalist economic system. As an anarchistic enterprise, “Mejor Vida Corp.” has its place in the public sphere, offering its products on the street, where it gets in touch with its “customers”. As a continuous contemporary art project “Mejor Vida Corp”. defies the spatial and temporal limitations of a work of art. Transferring the thus founded society into the context of art creates a platform for the artist that allows ‘Mejor Vida Corp.’ to develop its activities freely and without boundaries.






